Wo Shopware-5-Shops heute stehen
Der offizielle Support für Shopware 5 endete am 31. Juli 2024. Seitdem liefert die Shopware AG weder Sicherheitsupdates noch Fehlerkorrekturen. Der Shop läuft weiter, veraltet aber: Neue Sicherheitslücken bleiben offen, Zahlungs- und Versandanbieter stellen die Pflege ihrer Shopware-5-Plugins nach und nach ein, und die letzten Versionen laufen offiziell höchstens mit PHP 8.2, das nur noch bis Ende 2026 Sicherheitsupdates erhält.
Dieser Ratgeber vergleicht die fünf Systeme, die für deutsche Shopware-5-Shops am häufigsten in Frage kommen. Ich selbst migriere nach Shopware 6 und WooCommerce. Die anderen drei beschreibe ich trotzdem fair, denn für manche Shops ist eines davon die bessere Wahl.
Ein Umstieg ist nötig, offen ist nur das Ziel. Vergleichen Sie die Systeme nach Shopgröße, Warenwirtschaft und dem Technikaufwand, den Sie selbst tragen möchten.
Jeder Umstieg ist ein neuer Shop
Gleich, welches System Sie wählen: Theme, Plugins, Einkaufswelten und individuelle Anpassungen aus Shopware 5 lassen sich nicht mitnehmen. Übertragen werden die Daten: Produkte, Kategorien, Kunden, Bestellungen und im besten Fall die bisherigen URLs. Aussehen und Sonderfunktionen werden im neuen System neu umgesetzt.
Das gilt auch für Shopware 6, denn trotz des gleichen Namens ist es eine komplett neu entwickelte Software. Sein Vorteil gegenüber den anderen Systemen liegt in einem offiziellen Migrationswerkzeug und der vertrauten Arbeitsweise in der Administration.
Bei der Wahl des Systems zählen vor allem diese Fragen:
Größe und Sortiment
Wie viele Artikel, Varianten, Sprachen und Verkaufskanäle hat Ihr Shop?
B2B
Brauchen Sie kundenspezifische Preise, Freigabeprozesse oder Bestelllisten für Geschäftskunden?
Warenwirtschaft
Ist ein ERP wie JTL-Wawi angebunden, und welches System führt dort die Stammdaten?
Betrieb
Möchten Sie eigenes Hosting mit voller Kontrolle oder einen Mietshop, dessen Technik der Anbieter betreut?
Budget
Was darf der Umstieg kosten, und was der Betrieb im Monat?
Die fünf Alternativen im Einzelnen
Alle fünf Systeme beschreibe ich nach denselben Punkten, damit Sie sie direkt vergleichen können.
Shopware 6
Mittelgroße Shops in B2C und B2B, die mit Shopware 5 grundsätzlich zufrieden waren, auch mit angebundener Warenwirtschaft, etwa JTL-Wawi über den JTL-Connector.
Die Community Edition ist Open Source und ohne Lizenzgebühr. Oberhalb von 1 Million Euro Bruttowarenwert ist ein bezahlter Plan nötig (Rise ab 600 Euro im Monat). Dazu kommen Hosting, Erweiterungen und Wartung.
Eigenes Hosting auf einem gut ausgestatteten Server. Regelmäßige Updates sollten vorher auf einer Kopie getestet werden.
Offizieller Migrationsassistent für Produkte, Kunden samt Passwort-Hashes, Bestellungen, Medien und SEO-URLs, mehrfach ausführbar bis kurz vor dem Go-live.
Technisch anspruchsvoller als Shopware 5. Viele Erweiterungen werden monatlich gemietet. Für sehr kleine Shops oft mehr System als nötig.
WooCommerce
Kleinere Shops mit überschaubarem Sortiment, vor allem wenn die Firmenwebsite schon mit WordPress läuft. Website und Shop werden zu einem System.
Das Plugin selbst ist kostenlos. Kosten entstehen für Hosting, Erweiterungen (oft Jahreslizenzen) und Wartung. Keine Plattformgebühr, keine Umsatzgrenze.
Eigenes Hosting mit geringeren Anforderungen als Shopware 6. Der Pflegeaufwand wächst mit jedem Plugin, weil Kern, Theme und Plugins eigene Updates bekommen.
Kein offizielles Werkzeug. Produkte, Kategorien, Kunden und Bestellungen lassen sich trotzdem sauber übertragen, die URLs werden per Weiterleitung umgelenkt.
Wird bei großen Sortimenten, vielen Sprachen oder umfangreichem B2B schnell plugin-lastig. Erlebniswelten oder einen Rule Builder gibt es nur über Erweiterungen.
Shopify
Händler, die sich möglichst wenig um Technik kümmern wollen, mit klassischem B2C-Sortiment und ohne tiefe individuelle Anpassungen.
Mietshop ab 27 Euro im Monat (Basic, jährliche Zahlung), Grow 79 Euro, Advanced 289 Euro, Plus ab 2.100 Euro im Monat bei drei Jahren Laufzeit (2.250 Euro bei einem Jahr). Ohne Shopify Payments zusätzlich 2 bis 0,2 Prozent Transaktionsgebühr je nach Tarif, dazu meist kostenpflichtige Apps.
Hosting, Sicherheitsupdates und Skalierung übernimmt Shopify. Kein Server, keine Kern-Updates, keine PHP-Versionen.
Import oder Migrations-Apps. Die URL-Struktur ist fest vorgegeben (/products/, /collections/), eine vollständige Weiterleitungsliste per CSV ist Pflicht. Bestandskunden aktivieren ihr Konto in der Regel neu.
Dauerhafte Gebühren, die mit Tarif, Apps und Umsatz wachsen. Bindung an die Plattform. Vertragspartner in Europa ist Shopify International Limited in Irland, das Mutterunternehmen sitzt in Kanada.
JTL-Shop
Händler, die Artikel, Bestände und Bestellungen bereits in JTL-Wawi verwalten. Shop und Warenwirtschaft kommen aus einer Hand.
Kostenlose Community Free Edition (bis 500 Artikel) und kostenpflichtige Editionen. Aktuelle Preise und Bedingungen erfahren Sie direkt bei JTL. Dazu kommen Hosting, Erweiterungen und Wartung.
Selbst gehostet oder bei JTL betrieben. Updates von Shop und Wawi müssen zueinander passen.
Ist der Shopware-5-Shop schon an JTL-Wawi angebunden, liegen die wichtigsten Stammdaten bereits in der Wawi. Theme, Sonderfunktionen und Weiterleitungen entstehen neu.
Ohne JTL-Wawi fällt der wichtigste Vorteil weg. Weniger Erweiterungen und Dienstleister als bei Shopware oder WooCommerce. Shopware 6 lässt sich ebenfalls an die Wawi anbinden.
Magento
Große Shops mit komplexen Anforderungen, vielen Shops und Sprachen in einer Installation, eigenem Entwicklungsteam oder fester Agentur und entsprechendem Budget.
Magento Open Source ist kostenlos, Adobe Commerce wird nur auf Anfrage bepreist. Die eigentlichen Kostentreiber sind Hosting und Entwicklung.
Anspruchsvoll: Laut Adobe gehören zu einer unterstützten Installation ein Suchserver (OpenSearch), ein Cache-Server (Valkey), eine Message Queue (RabbitMQ) und Varnish.
Kein offizielles Werkzeug. Ein Projekt wie jedes andere, nur auf einer technisch schwereren Plattform.
Für kleine und mittelgroße Shops selten zu rechtfertigen. Gute Magento-Entwickler sind gefragt und entsprechend teuer.
Regulärer Support endete am 11. August 2026.
Wer Magento 2.4.6 einsetzt, muss ohnehin aktualisieren. Adobe-Commerce-Kunden erhalten für 2.4.6 noch erweiterten Support bis zum 31. August 2027. Für einen Shop, der bisher mit Shopware 5 gut zurechtkam, ist Magento 2026 nur selten der richtige Schritt.
Kostenlos bis 1 Million Euro Bruttowarenwert.
Seit März 2025 brauchen Sie oberhalb von 1 Million Euro Bruttowarenwert in 365 Tagen einen bezahlten Plan, um weiter Zugang zu Shopware Account und Store zu haben. Die Einzelheiten fasse ich im Ratgeber zur Umsatzgrenze der Community Edition zusammen.
Die Alternativen im Vergleich
| Kriterium | Shopware 6 | WooCommerce | Shopify | JTL-Shop | Magento |
|---|---|---|---|---|---|
| Passt zu | mittelgroßen Shops, B2C und B2B | kleineren Shops, WordPress-Websites | Händlern ohne eigene Technik | Händlern mit JTL-Wawi | großen Shops mit eigenem Team |
| Lizenz | Community Edition kostenlos, ab 1 Mio. Euro Bruttowarenwert bezahlter Plan | kostenlos | monatliche Tarife ab 27 Euro, plus Transaktionsgebühr ohne Shopify Payments | Free Edition und kostenpflichtige Editionen | Open Source kostenlos, Adobe Commerce auf Anfrage |
| Hosting | eigenes Hosting | eigenes Hosting | beim Anbieter | eigenes Hosting oder bei JTL | eigenes Hosting, aufwendig |
| Pflegeaufwand | mittel bis hoch | gering bis mittel, je nach Plugins | gering | mittel | hoch |
| Umzug aus Shopware 5 | offizieller Assistent, URLs können erhalten bleiben | ohne offizielles Werkzeug, Weiterleitungen nötig | Import oder Apps, feste URL-Struktur | leichter, wenn die Daten schon in der Wawi liegen | ohne offizielles Werkzeug |
| Größter Haken | technisch ein Neuaufbau | wird bei großen Sortimenten plugin-lastig | dauerhafte Gebühren, Plattformbindung | ohne Wawi kaum Vorteil | Betrieb und Entwicklung teuer |
Welche Alternative passt zu Ihnen?
Mittelgroßer Shop, mit Shopware grundsätzlich zufrieden
Migrationsassistent, erhaltbare URLs und die vertraute Arbeitsweise sprechen dafür, auch wenn Theme und Plugins neu entstehen.
Shopware 6Kleinerer Shop, Website läuft schon mit WordPress
Ein System statt zwei spart Hosting, Pflege und doppelte Logins.
WooCommerceKleinerer Shop ohne WordPress und ohne eigene Technik
Sinnvoll, wenn Sie die monatlichen Gebühren dauerhaft einplanen. Rechnen Sie Tarif, Apps und Transaktionsgebühren über einige Jahre durch.
ShopifyArtikel und Bestellungen laufen über JTL-Wawi
Prüfen Sie JTL-Shop ernsthaft. Wer bei Shopware bleiben möchte, kann auch Shopware 6 an die Wawi anbinden.
JTL-Shop oder Shopware 6Großer Shop mit vielen Ländern, eigenem Team und Budget
Hier kann Magento oder Adobe Commerce in Frage kommen, ebenso die bezahlten Pläne von Shopware.
Magento oder Shopware 6Langzeit-Support ersetzt keinen Umstieg.
Kostenpflichtiger Langzeit-Support für Shopware 5, etwa von safefive, liefert weiter Sicherheitskorrekturen. So lässt sich der Umstieg in Ruhe planen. Plugins, Zahlungsanbieter und PHP-Versionen fallen trotzdem nach und nach weg.
Worauf es beim Umstieg ankommt
Die meisten Probleme bei einem Systemwechsel haben wenig mit dem Zielsystem zu tun.
- 01
Rankings sichern
Alle bisherigen URLs von Produkten, Kategorien, CMS-Seiten und Bildern werden erfasst und bleiben erhalten oder leiten per 301 auf die neue Adresse um. Vor dem Go-live wird die Liste automatisiert geprüft.
- 02
Schnittstellen früh einplanen
Zahlungsanbieter, Versand, ERP und Marktplätze gehören an den Anfang des Projekts, nicht in die letzte Woche.
- 03
Auf einer Kopie proben
Migration und Umschaltung werden auf einer Staging-Umgebung durchgespielt, während der alte Shop weiterverkauft. Echte Kundendaten werden dafür anonymisiert.
- 04
Go-live in eine ruhige Phase legen
Außerhalb der verkaufsstärksten Saison kosten kleinere Nacharbeiten nicht sofort Umsatz.
Welche Staging-Varianten es gibt, zeigt mein Vergleich von Staging-Umgebungen. Den Ablauf einer Migration auf Shopware 6 beschreibe ich ausführlich im Ratgeber Shopware 5 auf 6 migrieren, den Weg zu WooCommerce im Ratgeber Von Shopware 5 zu WooCommerce.
Migration nach Shopware 6 oder WooCommerce ohne Agenturpreis
Ich migriere Shopware-5-Shops nach Shopware 6 und WooCommerce und betreue sie danach mit Updates, Wartung und einer Staging-Kopie für jede Änderung. Zeigt die Bestandsaufnahme, dass eines dieser Systeme besser zu Ihrem Shop passt, sage ich Ihnen das.
Agenturen verlangen für einen solchen Umstieg oft übermäßige Beträge. Nach einer kostenlosen Bestandsaufnahme nenne ich Ihnen einen Festpreis unter üblichen Agenturpreisen.
Direkt mit dem Entwickler
Keine Projektleitung dazwischen.
Festpreis
Nach der kostenlosen Bestandsaufnahme, keine offene Stundenabrechnung.
Umstieg vor Redesign
Erst sicher umziehen, ein neues Design kann danach folgen.
So geht es nach der Migration weiter
- Shopware 6: Betreuung mit dem Doppelgänger für Shopware, einer Kopie Ihres Shops auf einem eigenen Server in Deutschland, auf der jedes Update getestet wird, bevor es live geht.
- WooCommerce: Betreuung mit dem Doppelgänger für WordPress, nach demselben Prinzip für WordPress und WooCommerce.
Kurz beantwortet.
Welche Alternative zu Shopware 5 ist die beste?
Die eine beste Alternative gibt es nicht. Für die meisten mittelgroßen Shops ist Shopware 6 der naheliegende Weg. Kleinere Shops mit überschaubarem Sortiment sind mit WooCommerce oft gut bedient, vor allem wenn die Website schon mit WordPress läuft. Wer JTL-Wawi einsetzt, sollte JTL-Shop prüfen, und wer möglichst wenig Technik selbst betreuen will, schaut sich Shopify an.
Ist der Umstieg auf Shopware 6 einfacher als auf ein anderes System?
Bei der Datenübernahme ja: Shopware stellt einen offiziellen Migrationsassistenten bereit, der Produkte, Kunden, Bestellungen und SEO-URLs überträgt und sich bis kurz vor dem Go-live erneut ausführen lässt. Theme, Plugins und Schnittstellen entstehen aber auch bei Shopware 6 neu. Technisch ist es ein Neuaufbau, kein Update.
Kann ich Shopware 5 einfach weiterbetreiben?
Technisch läuft der Shop weiter, aber Shopware liefert seit Juli 2024 keine Sicherheitsupdates mehr. Ein Drittanbieter bietet kostenpflichtigen Langzeit-Support mit Sicherheitskorrekturen an. Das überbrückt die Zeit bis zum Umstieg. Plugins, Zahlungsanbieter und PHP-Versionen fallen trotzdem nach und nach weg.
Ist Shopware 6 kostenlos?
Die Community Edition ist Open Source und ohne Lizenzgebühr nutzbar. Seit März 2025 gilt eine Fair-Use-Grenze: Liegt der Bruttowarenwert Ihrer Shops über 1 Million Euro in 365 Tagen, brauchen Sie für den Zugang zu Shopware Account und Store einen bezahlten Plan, etwa Rise ab 600 Euro im Monat. Hosting, Erweiterungen und Wartung kosten in jedem Fall extra.
Verliere ich beim Systemwechsel meine Google-Rankings?
Nicht zwangsläufig, egal welches System Sie wählen. Entscheidend ist, dass alle bisherigen URLs erfasst und entweder beibehalten oder per 301-Weiterleitung auf die neuen Adressen gelenkt werden. Bei Shopify ist die URL-Struktur fest vorgegeben, dort ist eine vollständige Weiterleitungsliste Pflicht.