Meist ist der bezahlte Plan die ruhigere Lösung
Erzielt Ihr Shop mit der Shopware Community Edition mehr als 1 Million Euro Bruttowarenwert im Jahr, sehen die AGB von Shopware für die Nutzung des Shopware Accounts und des Stores einen bezahlten Plan vor. Ohne Plan läuft der Shop weiter, aber Sie verlieren den Zugang zum Store und können Erweiterungen von dort nicht mehr installieren oder aktualisieren.
Für die meisten Shops dieser Größe ist der kleinste bezahlte Plan, Rise, die günstigere Lösung. Ein Systemwechsel kostet meist mehr als mehrere Jahre Lizenz und lohnt sich nur, wenn der Shop auch aus anderen Gründen nicht mehr passt.
Was Shopware geändert hat
Am 24. März 2025 hat Shopware seine AGB aktualisiert und eine Fair Usage Policy für die Community Edition eingeführt. Die Software selbst bleibt Open Source unter der MIT-Lizenz, der Quellcode frei zugänglich. Geändert hat sich der Zugang zu zwei Diensten, die fast jeder Shop nutzt.
Shopware Account
Darüber verwalten Sie Ihre Erweiterungen, Lizenzen und Rechnungen und erreichen den Support von Shopware.
Shopware Store
Darüber beziehen Sie Plugins, Apps und Themes, kostenpflichtige wie kostenlose, und deren Updates.
Die Community Edition reicht für den Account, solange der GMV der zum Account gehörenden Shops in den jeweils letzten 365 Tagen 1 Million Euro nicht übersteigt. Darüber ist ihr Einsatz „ausnahmsweise ausschließlich ohne einen Shopware Account zulässig“.
Wer Account und Store behalten will, braucht dann einen der bezahlten Pläne Rise, Evolve oder Beyond. Laut Shopware liegen rund 95 Prozent der Community-Edition-Nutzer unter der Grenze. Verbindlich ist nach den AGB nur die deutsche Fassung; aus ihr stammen die Zitate, Stand Oktober 2026.
Wie der GMV berechnet wird
GMV steht für Gross Merchandise Value, auf Deutsch Bruttowarenwert. Trotz des Namens wird netto gerechnet. Die AGB legen in Ziffer 2.15 vier Grundsätze fest.
| Posten | Wirkung auf den GMV |
|---|---|
| Steuern | werden nicht berücksichtigt, gerechnet wird mit Nettowerten |
| Versandkosten | sind enthalten |
| Rabatte | mindern den GMV |
| Rücksendungen | mindern den GMV nicht |
Zwei Punkte überraschen viele Händler: Retouren werden nicht abgezogen, und Versandkosten zählen mit. Ein Modeshop mit hoher Rücksendequote erreicht die Grenze deshalb früher, als sein behaltener Umsatz vermuten lässt. Wer netto knapp unter 1 Million Euro liegt, sollte nachrechnen.
Kassensysteme, Marktplätze, weitere Kanäle
Ob solche Verkäufe in derselben Installation mitzählen, regeln die AGB nicht ausdrücklich. Die Ankündigung von Shopware spricht vom GMV über den Shopware-Onlineshop, die AGB vom GMV der Shops, die zum Account gehören. Hängt Ihr Fall davon ab, klären Sie ihn schriftlich mit Shopware.
Shopware kennt Ihren GMV
Die automatische Meldung betrifft alle Shops, die mit einem Shopware-Account verbunden sind. Seit dem 14. April 2026 ist sie ab Shopware 6.7.8 fest eingebaut und ersetzt die frühere Erweiterung „Shopware GMV Reporting“ und das Formular für die jährliche Meldung. Übermittelt wird nur der zusammengefasste Wert, keine einzelnen Bestellungen und keine personenbezogenen Daten.
Auskunft schulden alle: Nach Ziffer 9.6 der AGB müssen Community-Edition-Nutzer Shopware auf Anforderung Auskunft über ihren GMV geben, auch ohne Shopware-Account. Laut der Dokumentation von Shopware lässt sich der Reporting-Dienst ab Version 6.7.13.0 nicht mehr manuell deaktivieren oder deinstallieren, sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt sind.
Was ohne bezahlten Plan wegfällt und was bleibt
Laut Shopware greift die Sperre nicht automatisch an einem Stichtag. Betroffene Händler werden persönlich angesprochen, bestehende Mietverträge für Erweiterungen laufen so lange weiter. Findet sich in angemessener Frist keine Lösung, behält sich Shopware vor, den Zugang zu entziehen und die Mietverträge zu beenden.
Bleibt
- Die Shopware-Software und ihr Quellcode unter MIT-Lizenz
- Der laufende Shop mit allen Funktionen des Kerns
- Einmalig gekaufte Erweiterungen bleiben aktiv
- Gemietete Erweiterungen bis zum Ende der laufenden Vertragsperiode
Fällt weg oder endet
- Zugang zum Shopware Account
- Installation neuer Erweiterungen aus dem Store
- Updates für Erweiterungen aus dem Store
- Gemietete Erweiterungen nach Ende ihrer Laufzeit
Gemietete Erweiterungen
Im Store sehen die AGB heute nur noch Miete oder kostenlosen Bezug vor; einmalig gekaufte Erweiterungen stammen aus früheren Käufen. Endet ein Mietvertrag, muss die Erweiterung nach Ziffer 55.3 der AGB deinstalliert und gelöscht werden. Wer sie weiter nutzt, schuldet laut AGB Schadensersatz in Höhe der bisherigen Miete und einen Zuschlag in gleicher Höhe.
Jedes gemietete Plugin braucht Ersatz
Wer über der Grenze ohne Plan weitermacht, muss jede gemietete Erweiterung zum Ende ihrer Laufzeit ersetzen: durch eine Lizenz direkt beim Hersteller, eine Eigenentwicklung oder den Verzicht auf die Funktion.
Die drei Wege im Vergleich
Hosting, Wartung und Weiterentwicklung kosten auf allen drei Wegen Geld. Die Tabelle zeigt deshalb nur, was sich durch die Entscheidung ändert.
| Bezahlter Plan (Rise) | Community Edition ohne Account | Systemwechsel | |
|---|---|---|---|
| Laufende Lizenzkosten | ab 600 € im Monat bzw. 7.200 € im Jahr netto, je nach GMV | keine | je nach System, bei Shopify Plus ab 2.250 € im Monat bei einem Jahr Laufzeit |
| Einmalige Kosten | keine | Ersatz für gemietete Store-Erweiterungen | Neuaufbau von Theme, Erweiterungen, Schnittstellen, Datenübernahme, Weiterleitungen |
| Erweiterungen | Store mit Updates wie bisher | keine Store-Updates, nur Bezug außerhalb des Stores | neu auswählen und einrichten |
| Support vom Hersteller | direkter Support von Shopware | keiner | je nach System |
| Vertragsrisiko | gering | Pflichten aus den AGB beachten | gering, solange alte Verträge sauber gekündigt sind |
| Aufwand im Shop | gering | dauerhaft höher | ein Projekt über Wochen bis Monate |
Preise laut den Preisseiten von Shopware und Shopify, Stand Oktober 2026, alle ohne Mehrwertsteuer.
Einen bezahlten Plan buchen
Rise ist der kleinste bezahlte Plan. Laut Shopware beginnt er bei 600 Euro im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer, die ersten 30 Tage sind kostenlos. Evolve beginnt bei 2.400 Euro im Monat und richtet sich vor allem an Shops mit B2B-Abläufen, Beyond wird individuell bepreist.
600 Euro sind ein Einstiegspreis. Laut Shopware richtet sich der Preis nach dem GMV und weiteren individuellen Faktoren, eine öffentliche Staffel gibt es nicht. Shopware nennt die Listenpreise selbst Orientierungswerte und hat für Umsteiger aus der Community Edition Übergangsrabatte angekündigt. Holen Sie deshalb ein konkretes Angebot ein, bevor Sie rechnen.
Für die KI-Funktionen gibt es das Zusatzpaket Shopware Intelligence+. Es kostet laut Preisseite für die Community Edition 29 Euro im Monat und in den bezahlten Plänen 19 Euro. Für die Entscheidung über die Umsatzgrenze spielt das kaum eine Rolle.
Was Sie für den Preis bekommen
- Shopware Account und Store wie bisher
- Direkter Support von Shopware, laut Preisseite mit acht Stunden Reaktionszeit montags bis freitags
- KI-gestützte Erstellung von Inhalten
- Produktpersonalisierung
- Retourenmanagement
Bei der Community Edition bleiben
Die AGB erlauben ausdrücklich, die Community Edition auch über der Grenze einzusetzen, nur ohne Shopware Account. Technisch läuft Ihr Shop unverändert weiter. Die Folgen zeigen sich mit der Zeit.
Keine Store-Updates
Das betrifft auch kostenlose Erweiterungen aus dem Store. Bei Zahlungs- und Versandplugins wird das schnell zum Problem, weil die Anbieter ihre Schnittstellen regelmäßig ändern.
Gemietete Erweiterungen laufen aus
Nach dem Ende der Mietzeit müssen sie laut AGB entfernt werden. Für jede brauchen Sie Ersatz.
Shopware-Updates werden schwieriger
Jedes größere Update des Kerns setzt passende Versionen Ihrer Erweiterungen voraus. Ohne Store-Updates bleiben Sie auf einem alten Stand oder pflegen die Erweiterungen selbst.
Kein Support von Shopware
Den gibt es für die Community Edition ohnehin nicht, aber auch der Weg über einen Plan steht dann nicht offen.
Die vertragliche Seite
Die Melde- und Auskunftspflicht gelten weiter, und gemietete Erweiterungen dürfen nach Vertragsende nicht weiterlaufen. Ich bin kein Jurist. Wenn Sie diesen Weg erwägen, lesen Sie die aktuellen AGB von Shopware vollständig und lassen Sie sich im Zweifel beraten.
Wenige Erweiterungen, eigenes Team
Dieser Weg kann für Shops sinnvoll sein, die wenige Erweiterungen nutzen, sie außerhalb des Stores beziehen können und ein eigenes Entwicklerteam für die Pflege haben. Für die meisten Shops kostet der Aufwand mehr, als die Lizenz einspart.
Das System wechseln
Shopify, WooCommerce und andere Systeme sind ernsthafte Alternativen. Welches System zu welchem Shop passt, erkläre ich im Ratgeber Shopware-5-Alternativen. Allein wegen der Umsatzgrenze lohnt sich ein Wechsel aber selten, aus drei Gründen.
Die Migration ist ein Neuaufbau
Theme, Erweiterungen, Schnittstellen zu Warenwirtschaft und Zahlungsanbietern, E-Mail-Vorlagen und die Weiterleitungen für alle bisherigen URLs entstehen neu. Agenturangebote dafür liegen schnell im fünfstelligen Bereich.
Das neue System kostet ebenfalls
Shopify Plus beginnt laut Shopify bei 2.250 Euro im Monat bei einem Jahr Laufzeit, größere Shops zahlen eine umsatzabhängige Plattformgebühr. WooCommerce kostet keine Lizenz, dafür Hosting, kostenpflichtige Erweiterungen und deren Pflege.
Ein Wechsel bringt neue Risiken
Rankings, Kundenlogins, Bestellnummern und Schnittstellen müssen den Umzug unbeschadet überstehen. Die Fallstricke beschreibe ich im Ratgeber zur Migration von Shopware 5 auf 6; sie gelten für jeden Systemwechsel.
Sinnvoll ist ein Wechsel, wenn Ihr Team mit der Administration nicht zurechtkommt, ein anderes System Ihr Geschäftsmodell besser abbildet oder ohnehin ein großer Umbau ansteht. Dann ist die Lizenz ein Posten unter mehreren in der Rechnung.
So gehen Sie vor
Erst rechnen, dann entscheiden.
- 01
GMV nachrechnen
Rechnen Sie mit den Nettowerten der letzten 365 Tage: Versandkosten zählen mit, Rabatte werden abgezogen, Retouren nicht. Prüfen Sie auch, welche Shops zu Ihrem Account gehören.
- 02
Erweiterungen auflisten
Notieren Sie für jede, ob sie aus dem Store oder direkt vom Hersteller kommt und ob sie gemietet oder gekauft ist. Davon hängt ab, wie teuer Weg 2 wird.
- 03
Angebot für Rise einholen
Erst mit dem konkreten Preis lässt sich ehrlich vergleichen, zumal Shopware Übergangsrabatte angekündigt hat.
- 04
Die AGB lesen
Vor allem die Ziffern 2.15, 4.2, 9 und 55. Bei Unklarheiten fragen Sie Shopware schriftlich.
- 05
Erst dann über einen Wechsel nachdenken
Rechnen Sie dabei alle Kosten und Gründe ein, nicht nur die Lizenz.
Was unabhängig vom Plan bleibt
Auch ein bezahlter Plan ersetzt keine Wartung. Shopware erscheint jeden Monat in einer neuen Version, Erweiterungen bekommen eigene Updates, und jedes davon kann im Zusammenspiel mit Ihrem Theme oder Ihren Schnittstellen den Checkout stören. Ob Community Edition oder Rise: Updates gehören zuerst auf eine Kopie des Shops und werden dort bis zur Testbestellung geprüft.
Wie das abläuft, beschreibe ich im Ratgeber Shopware-6-Updates ohne Ausfall, welche Testumgebung zu welchem Shop passt, im Vergleich von Staging-Umgebungen. Was Wartung insgesamt kostet, zeigt der Ratgeber Website-Wartung: Kosten.
Wartung und Updates, bei jeder Edition
Ich verkaufe keine Shopware-Lizenzen und bin kein Shopware-Partner. Welcher Plan der richtige ist, entscheiden Sie mit Shopware. Ich übernehme den Teil, der bei jeder Edition gleich bleibt.
Exakte Kopie
Ihr Shop auf einem eigenen Server in Deutschland, mit anonymisierten Kundendaten.
Geprüfte Updates
Jedes Update wird dort bis zur Testbestellung getestet, bevor es live geht.
Rollback
Geht doch etwas schief, wird der vorherige Stand wiederhergestellt.
Erweiterungen im Blick
Bei der Community Edition über der Grenze behalte ich auch im Blick, welche Erweiterungen ersetzt werden müssen.
Mehr dazu auf der Seite zum Doppelgänger für Shopware.
Shop ansehen lassenKurz beantwortet.
Ab wann gilt die Umsatzgrenze für die Shopware Community Edition?
Die Grenze steht seit dem 24. März 2025 in den AGB von Shopware. Maßgeblich ist der Bruttowarenwert (GMV) der Shops, die zu Ihrem Shopware Account gehören, in den jeweils letzten 365 Tagen. Liegt er über 1 Million Euro netto, ist die Nutzung des Accounts nur noch mit einem bezahlten Plan vorgesehen.
Was zählt zum GMV?
Laut den AGB von Shopware wird netto gerechnet, also ohne Steuern. Versandkosten zählen mit, Rabatte mindern den Wert, Rücksendungen mindern ihn nicht. Ob Verkäufe über Kassensysteme oder Marktplätze mitzählen, regeln die AGB nicht ausdrücklich. Wird es für Sie knapp, klären Sie das direkt mit Shopware.
Darf ich die Community Edition über 1 Million Euro weiter nutzen?
Die Software ja. Sie steht unter der MIT-Lizenz, und die AGB erlauben den Einsatz mit höherem GMV ausdrücklich, aber nur ohne Shopware Account. Damit fallen der Store, Updates von Store-Erweiterungen und der Zugang zu gemieteten Erweiterungen nach Ende ihrer Laufzeit weg. Das ist keine Rechtsberatung: Prüfen Sie die aktuellen AGB, bevor Sie sich so entscheiden.
Was kostet Shopware Rise?
Laut der Preisseite von Shopware ab 600 Euro im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer, mit 30 Tagen kostenlosem Test. Der Preis der Pläne richtet sich nach dem GMV und weiteren Faktoren, eine öffentliche Staffel gibt es nicht. Ein verbindliches Angebot bekommen Sie über den Shopware Account oder den Vertrieb.
Ist ein Wechsel zu Shopify oder WooCommerce günstiger?
Selten. Theme, Erweiterungen, Schnittstellen und Weiterleitungen werden neu gebaut, und das neue System hat ebenfalls laufende Kosten. Ein Wechsel lohnt sich, wenn der Shop aus anderen Gründen nicht mehr passt, nicht wegen der Lizenzgebühr allein.
Brauche ich mit einem bezahlten Plan noch Wartung?
Ja. Ein Plan bringt Funktionen und Support von Shopware, eingespielt und getestet werden Updates aber weiterhin in Ihrem Shop. Bei selbst gehosteten Shops bleiben Updates, Tests vor dem Livegang und ein Rollback Ihre Aufgabe oder die Ihres Dienstleisters.