Warum der Umstieg auf Shopware 6 jetzt ansteht
Shopware 5 erschien 2015, sein offizieller Support endete am 31. Juli 2024. Seitdem liefert die Shopware AG keine Sicherheitsupdates, Fehlerkorrekturen oder neuen Funktionen mehr, eine Version 5.8 gibt es nicht. Für den kostenpflichtigen Weiterbetrieb hat Shopware auf den Drittanbieter safefive verwiesen, der Sicherheitskorrekturen und rechtliche Anpassungen übernimmt. Eine Übergangslösung, kein Dauerzustand.
- 2015 Shopware 5 erscheint. Release
- 31.07.2024 Offizielles Support-Ende. Keine Sicherheitsupdates mehr vom Hersteller. Seit über 2 Jahren
- 31.12.2026 Letzte Sicherheitsupdates für PHP 8.2, die höchste offiziell unterstützte Version. Noch 62 Tage
- danach Shop läuft auf Server-Software, die selbst nicht mehr gepflegt wird. Risiko steigt
Für den Alltag im Shop bedeutet das Support-Ende vor allem drei Dinge:
Sicherheit
Der Hersteller schließt neue Lücken im Shopware-Kern nicht mehr. Ein Shop verarbeitet Kundendaten und Zahlungen, ein ungepflegtes System wird so zum Haftungsrisiko.
Zahlungs- und Versand-Plugins
Zahlungsanbieter ändern regelmäßig ihre Schnittstellen. Viele pflegen ihre Shopware-5-Plugins nicht mehr oder nur eingeschränkt. Fällt ein Zahlungsplugin aus, ist der Checkout betroffen.
PHP-Version
Shopware 5 läuft offiziell höchstens mit PHP 8.2. Viele Hoster stellen alte PHP-Versionen nur noch gegen Aufpreis oder gar nicht mehr bereit.
Je länger ein Shopware-5-Shop weiterläuft, desto teurer und riskanter wird der Betrieb. Die Migration lässt sich aufschieben, aber nicht vermeiden.
Warum die Migration ein Neuaufbau und kein Update ist
Shopware 6 trägt den gleichen Namen, ist aber komplett neu entwickelt. Datenbankstruktur, Erweiterungssystem, Template-Engine und Administration sind anders aufgebaut. Einen Knopf „auf Shopware 6 aktualisieren“ gibt es deshalb nicht.
Shopware 6 wird frisch installiert, die Daten kommen aus dem alten Shop, und Aussehen und Sonderfunktionen Ihres Shops werden neu umgesetzt. Fachlich spricht man von einem Re-Platforming. Das ist auch eine Gelegenheit, gewachsene Plugin-Sammlungen und Workarounds aus zehn Jahren aufzuräumen.
Shopware 5
Shopware 6
Was der Migrationsassistent überträgt und was nicht
Das offizielle Werkzeug ist der Migrationsassistent (Plugin „Migration Assistant“). Er wird im neuen Shopware-6-Shop installiert und liest die Daten aus dem alten Shop aus.
Wird übertragen
- Produkte, Varianten, Eigenschaften, Übersetzungen, Cross-Selling
- Kategorien, Hersteller, Medien
- Kunden, Kundengruppen, Bestellungen, Belege
- SEO-URLs, Bewertungen, Newsletter-Empfänger, Promotions
- Versandarten
- Grundeinstellungen wie Währungen, Kundengruppen und Nummernkreise; Länder werden zugeordnet und müssen im neuen Shop aktiv sein
Muss neu angelegt oder umgesetzt werden
- Theme und Templates
- Einkaufswelten (in Shopware 6 „Erlebniswelten“)
- Plugins und individueller Code
- E-Mail- und Belegvorlagen
- Versandkosten prüfen und im Rule Builder nachschärfen
- Daten der Shopware-5-B2B-Suite
Zahlungsarten, Anreden, Lieferzeiten, Länder und Steuersätze werden beim Migrieren auf die entsprechenden Einträge in Shopware 6 zugeordnet. Diese müssen also vorher im neuen Shop angelegt und aktiv sein. Daten von Plugins werden nur übernommen, wenn das Plugin sie in Standardtabellen oder Zusatzfeldern gespeichert hat. Eigene Datenbanktabellen eines Plugins bleiben zurück.
Der Assistent kann mehrfach laufen.
Jeder übertragene Datensatz erhält eine Prüfsumme, spätere Durchläufe übertragen nur neue oder geänderte Daten. So bleibt der neue Shop über Wochen aktuell. Kurz vor dem Go-live folgt ein letzter Abgleich, die Delta-Migration.
Die typischen Phasen einer Migration
Sieben Schritte von der ersten Bestandsaufnahme bis zur Umschaltung. Die Daten wandern dabei mehrfach, die Umschaltung nur einmal.
- 1
Bestandsaufnahme
Welche Plugins sind installiert und werden genutzt, welche Anpassungen stecken in Theme und Code, welche Systeme sind angebunden? Diese Liste ist die Grundlage jeder seriösen Aufwandsschätzung.
- 2
Erweiterungen auswählen oder neu bauen
Für jede Funktion: Shopware 6 kann sie im Standard, es gibt eine Erweiterung im Store, oder sie wird individuell entwickelt. Ein Teil der alten Plugins fällt erfahrungsgemäß ersatzlos weg.
- 3
Theme neu umsetzen
Das Shopware-5-Theme lässt sich nicht übernehmen. Nachbau oder Überarbeitung ist eine geschäftliche Entscheidung. Einkaufswelten werden als Erlebniswelten neu aufgebaut.
- 4
Datenmigration
Früh im Projekt, damit mit echten Produkten entwickelt wird. Weitere Abgleiche folgen, kurz vor dem Go-live die Delta-Migration mit den letzten Bestellungen und Kundenkonten.
- 5
SEO: URLs beibehalten oder weiterleiten
Bisherige URLs über migrierte SEO-URLs und angepasste Vorlagen beibehalten, oder jede alte URL per 301 weiterleiten. Inklusive Kategorie-, CMS- und Bild-URLs.
- 6
Testen
Bestellungen mit jeder Zahlungsart im Testmodus, Rabatte, Versandregeln, Steuern, E-Mails und Belege, Login mit migrierten Konten und die Übergabe an ERP oder Warenwirtschaft.
- 7
Umschaltung
Wartungsmodus im alten Shop, Delta-Migration, Weiterleitungen aktiv, Domain auf den neuen Shop, erste Bestellungen eng beobachten. Je besser geprobt, desto kürzer das Zeitfenster.
Was den Aufwand bestimmt
Die Datenmenge selbst ist selten das Problem. Den Aufwand treiben vor allem:
- 01Zahl und Komplexität individueller Plugins und Anpassungen
- 02Angebundene Systeme wie ERP, PIM oder Marktplätze
- 03Das Theme: Nachbau des bestehenden Designs oder Neugestaltung
- 04Zahl der Verkaufskanäle, Sprachen und Länder
- 05Einkaufswelten und redaktionelle Inhalte, die neu aufgebaut werden
- 06B2B-Funktionen wie kundenspezifische Preise oder Freigaben
Die Zeit für Abstimmungen.
Jemand aus Ihrem Team muss den neuen Shop prüfen, Texte und Erlebniswelten freigeben und die Abläufe mit Warenwirtschaft und Kundenservice durchgehen. Diese Zeit fehlt in Angeboten oft und ist in der Praxis der Engpass.
Nicht in der Hauptsaison umschalten.
Planen Sie den Go-live in eine ruhigere Phase, in der kleinere Nacharbeiten nicht sofort Umsatz kosten.
Häufige Fallstricke
Fünf Stellen, an denen Migrationen typischerweise Geld oder Vertrauen kosten, und wie Sie vorbeugen.
Verlorene Rankings
Fehlt die Weiterleitungsliste oder gilt sie nur für Produkte, landen Besucher aus Google auf Fehlerseiten.
Zahlungs- und ERP-Schnittstellen
Ein Shop, der gut aussieht, aber Bestellungen nicht korrekt an die Warenwirtschaft übergibt, erzeugt viel Nacharbeit.
Kundenpasswörter
Alte Passwort-Hashes werden übernommen und beim ersten Login umgewandelt. Das klappt meist, aber nicht ungeprüft.
Nummernkreise
Neue Bestell-, Rechnungs- und Kundennummern dürfen nicht mit bestehenden kollidieren, weder im Shop noch im ERP.
Bestellungen während der Umschaltung
Bestellungen nach der letzten Delta-Migration fehlen im neuen Shop.
Wie eine Staging-Umgebung die Migration sicherer macht
Die Migration lässt sich proben. Auf einer Staging-Umgebung, also einer separaten Kopie, steht der neue Shopware-6-Shop, während der alte unverändert weiterverkauft.
- ↻ Daten übertragen
- ↻ Testen
- ↻ Fehler beheben
- ↻ Zurücksetzen und erneut migrieren
- Live schalten
Dort lassen sich Migration und Umschaltung beliebig oft durchspielen, bis der Ablauf sitzt und Sie genau wissen, wie lange der Go-live dauert. Echte Kundendaten gehören dabei nicht ungeschützt auf ein Testsystem, für Proben reicht eine Kopie mit anonymisierten Kunden- und Bestelldaten.
Genau so arbeite ich mit dem Doppelgänger für Shopware: Der neue Shop entsteht auf einer Kopie auf einem eigenen Server in Deutschland, personenbezogene Daten werden bei jeder Kopie DSGVO-konform anonymisiert, und Sie prüfen den Stand, bevor er live geht. Nach dem Go-live bleibt der Doppelgänger als Testsystem für alle weiteren Änderungen bestehen.
Professionelle Migration ohne Agenturpreis
Für eine Migration von Shopware 5 auf 6 rufen Agenturen schnell fünfstellige Beträge auf. Ein Teil davon ist echter Aufwand, der Rest Projektleitung, Abstimmungsschleifen und ein gleich mitverkaufter Relaunch mit neuem Design, den der Umstieg nicht braucht.
Ich biete die Migration zu einem fairen Festpreis an. Ich arbeite seit über sechs Jahren mit Shopware 5, seit über vier Jahren mit Shopware 6, und kenne daher beide Seiten des Umzugs aus der täglichen Praxis.
Direkt mit dem Entwickler
Keine Projektleitung dazwischen.
Automatisiert
Wiederholbare Läufe, Tests und geprüfte Weiterleitungen sparen Handarbeit.
Umstieg vor Redesign
Erst sicher umziehen, ein neues Design kann danach folgen.
Was dazugehört
- Kostenlose Bestandsaufnahme: Shop, Plugins, Anpassungen und Systeme ansehen, danach Festpreis und Zeitplan.
- Datenmigration mit dem offiziellen Assistenten, inklusive Delta-Abgleich.
- Theme und Funktionen: Nachbau Ihres Designs, Ersatz oder Neuentwicklung der nötigen Plugins.
- Schnittstellen: Warenwirtschaft, ERP, Zahlungs- und Versanddienstleister.
- SEO: vollständige, automatisiert geprüfte Weiterleitungsliste.
- Generalprobe: Migration und Umschaltung auf einer Kopie mit anonymisierten Daten.
- Go-live und danach: Begleitung der Umschaltung und der Wochen danach.
Aus der Praxis: Den Shop von JuCad betreue ich seit 2020. 2025 habe ich ihn von Shopware 5 auf Shopware 6 migriert, mit allen Daten und den Eigenentwicklungen, die ich für Shopware 6 neu umgesetzt habe.
Vor dem Umstieg von Shopware 5 auf Shopware 6 hatten wir großen Respekt, schließlich hängt an unserem Shop die Kaufmöglichkeit für unsere Kunden, die nicht im Handel kaufen. Julian kennt unseren Shop seit 2020 in- und auswendig, deshalb war er für uns die erste Wahl. Er hat nicht nur Produkte, Kundenkonten und unsere Bestellhistorie seit 2017 übertragen, sondern auch unsere komplexen Eigenentwicklungen für Shopware 6 neu umgesetzt, zu einem mehr als fairen Preis. Am Ende war alles da, und im Alltag hat sich für uns vor allem eines geändert: Der Shop ist moderner.
Kurz beantwortet.
Kann ich Shopware 5 einfach auf Shopware 6 updaten?
Nein. Shopware 6 ist eine von Grund auf neu entwickelte Software mit anderer Datenstruktur und anderem Template-System. Sie installieren Shopware 6 neu und übertragen die Daten mit dem offiziellen Migrationsassistenten. Theme, Plugins und individuelle Anpassungen werden neu umgesetzt.
Wie lange dauert eine Migration von Shopware 5 auf 6?
Das hängt vor allem von der Zahl der Plugins, dem Umfang individueller Anpassungen und den angebundenen Systemen ab. Ein kleiner Shop mit Standardfunktionen ist schnell umgezogen, und auch ein Shop mit ERP-Anbindung und vielen Sonderlösungen braucht höchstens einige Wochen. Eine belastbare Schätzung ist erst nach der Bestandsaufnahme möglich.
Was kostet eine Migration von Shopware 5 auf 6?
Das hängt vor allem von Plugins, individuellen Anpassungen und Schnittstellen ab. Agenturangebote liegen schnell im fünfstelligen Bereich. Ich biete die Migration nach einer kostenlosen Bestandsaufnahme zu einem Festpreis an, der unter üblichen Agenturpreisen liegt.
Müssen meine Kunden nach der Migration ein neues Passwort vergeben?
In der Regel nicht. Der Migrationsassistent übernimmt die alten Passwort-Hashes, und Shopware 6 prüft sie beim ersten Login mit dem alten Verfahren und speichert sie danach im neuen Format. Das sollten Sie vor dem Go-live trotzdem mit echten Testkonten prüfen.
Verliere ich durch die Migration meine Google-Rankings?
Nicht zwangsläufig. Rankings gehen meist verloren, wenn sich URLs ändern und keine 301-Weiterleitungen eingerichtet werden. Wer alle bisherigen URLs erfasst und entweder beibehält oder sauber auf die neuen Adressen weiterleitet, kommt in der Regel ohne nennenswerte Verluste durch.
Ist Shopware 5 nach dem Support-Ende noch sicher zu betreiben?
Shopware selbst liefert seit Juli 2024 keine Sicherheitsupdates mehr. Ein Drittanbieter bietet kostenpflichtigen Langzeit-Support mit Sicherheitskorrekturen an, das verschafft Zeit, ersetzt aber keine Modernisierung. Hinzu kommt, dass Zahlungsanbieter und Plugin-Hersteller ihre Shopware-5-Erweiterungen nach und nach einstellen.