Was die Meldung bedeutet
„Auf dieser Website ist ein kritischer Fehler aufgetreten“ zeigt WordPress, wenn beim Laden der Seite ein schwerer PHP-Fehler auftritt. Bis Version 7.0 lautete die Meldung „Es gab einen kritischen Fehler auf Ihrer Website“. Früher blieb die Seite dann einfach weiß. Seit Version 5.2 fängt WordPress solche Fehler ab und bietet Administratoren einen Rettungsweg, die Meldung gibt es seit Version 5.3.
Taucht der Fehler direkt nach einem Update auf, ist dieses Update der wahrscheinlichste Verdächtige.
- 01
Ihre Inhalte sind nicht weg
Seiten, Beiträge, Bilder und Einstellungen liegen unverändert in der Datenbank. Kaputt ist der Code, der sie anzeigt.
- 02
Meist ist es eine Stelle
Ein Plugin, das Theme oder zwei Erweiterungen, die sich nach dem Update nicht mehr vertragen.
- 03
Kein Update durchgeführt?
Dann lohnt ein Blick ins Postfach: Hoster stellen die PHP-Version regelmäßig um und kündigen das per E-Mail an.
Der Wiederherstellungsmodus
Der eingebaute Rettungsweg von WordPress. Er funktioniert, solange die E-Mail ankommt und der Link noch gültig ist.
- Schritt 01
E-Mail an die Admin-Adresse
WordPress nennt darin das Plugin oder Theme, das den Fehler ausgelöst hat, und schickt einen Link zum Wiederherstellungsmodus.
- Schritt 02
Nur für Sie pausiert
Über den Link melden Sie sich an. Die fehlerhafte Erweiterung ist nur in Ihrer Sitzung pausiert, Besucher sehen weiter die Meldung.
- Schritt 03
Reparieren und beenden
Plugin deaktivieren, aktualisieren oder durch die ältere Version ersetzen, dann den Wiederherstellungsmodus beenden und von außen prüfen.
Der Link ist nur begrenzt gültig. Ist er abgelaufen oder kam die E-Mail nie an, hilft der Weg über die Dateien.
Plugins von Hand abschalten
Kommt keine E-Mail an, liegt das oft am Mailversand des Servers oder an einer veralteten Admin-Adresse. Dann schalten Sie die Erweiterung direkt über die Dateien ab, per FTP oder über den Dateimanager im Kundenbereich Ihres Hosters. Dabei gehen keine Daten verloren: Einstellungen und Inhalte bleiben in der Datenbank.
Ein Plugin abschalten
Unter wp-content/plugins/ den Ordner des verdächtigen Plugins umbenennen. WordPress findet die Dateien nicht mehr und deaktiviert das Plugin.
wp-content/plugins/elementor → elementor-ausAlle Plugins abschalten
Den ganzen Ordner plugins umbenennen. Lädt die Website wieder, zurückbenennen und die Plugins im Backend einzeln aktivieren, bis der Fehler wieder auftritt.
wp-content/plugins → plugins-ausDas Theme abschalten
Den Ordner des aktiven Themes umbenennen. WordPress wechselt auf ein mitgeliefertes Standard-Theme, sofern eines installiert ist. Die Seite sieht anders aus, lädt aber.
wp-content/themes/mein-theme → mein-theme-ausDie Ursache finden
Statt zu raten, lohnt der Blick ins Fehlerprotokoll. Es nennt die Datei, in der PHP abgebrochen ist, und der Pfad verrät fast immer das Plugin oder Theme.
In der wp-config.php, vor der Zeile, ab der nicht mehr bearbeitet werden soll:
define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false ); Die Fehler landen in wp-content/debug.log, Besucher sehen sie nicht. Danach Debugging abschalten und die Datei löschen: Sie liegt im öffentlich erreichbaren Bereich. Viele Hoster zeigen außerdem ein PHP-Fehlerprotokoll im Kundenbereich.
„Allowed memory size … exhausted“Das Speicherlimit für PHP reicht nicht. Ein Update hat den Bedarf erhöht, das Limit lässt sich beim Hoster anheben.
„Call to undefined function“ / „Class not found“Eine Erweiterung erwartet etwas, das fehlt: ein anderes Plugin in passender Version oder eine PHP-Funktion, die es in Ihrer PHP-Version nicht gibt.
„syntax error, unexpected …“Häufig ein Hinweis, dass der Code eine neuere PHP-Version voraussetzt, als der Server bereitstellt.
Die typischen Ursachen
Wenn eine Website nach einem Update abbricht, steckt erfahrungsgemäß eine dieser fünf Stellen dahinter.
Plugin-Konflikte
Zwei Plugins greifen auf dieselben Funktionen zu. Nach einem Update bei einem der beiden passt das nicht mehr zusammen, obwohl jedes für sich funktioniert.
PHP-Version
Neue Plugins setzen neueres PHP voraus, alte laufen unter neuem PHP nicht mehr. Viele Hoster erlauben, die PHP-Version vorübergehend zurückzustellen. Das verschafft Zeit, ist aber keine Lösung.
Page-Builder und Addons
Builder und Zusatzpakete hängen eng zusammen. Zieht das Addon nach einem Builder-Update nicht nach, bricht es. Bei zerschossenem Layout helfen oft neu erzeugte CSS-Dateien und leere Caches.
Unterbrochenes Update
Bricht ein Update ab, bleibt die Wartungsmeldung stehen. Dann im Hauptverzeichnis die Datei .maintenance löschen und das Update erneut einspielen.
Caches
Caching-Plugin, Cache des Hosters oder CDN zeigen manchmal noch den Fehlerzustand, obwohl er behoben ist. Alle Ebenen leeren, bevor Sie weiter suchen.
Version zurückholen oder Backup einspielen
Wenn klar ist, welches Update schuld ist, wird nur dieses zurückgenommen.
Plugins aus dem Verzeichnis
Auf der Plugin-Seite bei wordpress.org lassen sich in den erweiterten Angaben ältere Versionen herunterladen. Im Backend hochladen oder den Ordner per FTP ersetzen.
Premium-Plugins
Ältere Versionen gibt es meist im Kundenkonto des Herstellers.
Per WP-CLI
Mit einem Befehl auf die gewünschte Version zurück:
wp plugin install <plugin> --version=<version> --force
Ein vollständiges Backup
Es setzt alles auf den Stand der Sicherung zurück, auch Inhalte, Kontaktanfragen oder Bestellungen, die seitdem eingegangen sind. Dateien und Datenbank immer gemeinsam aus derselben Sicherung zurückspielen.
Und: Ein zurückgenommenes Sicherheitsupdate hilft nur vorübergehend. Die Lücke ist dann wieder offen, bis die Ursache behoben und das Update erneut eingespielt ist.
Damit es nicht wieder passiert
- 01Vor jedem Update ein Backup, dessen Wiederherstellung schon einmal ausprobiert wurde.
- 02Updates zuerst auf einer Kopie einspielen. Dort darf etwas kaputtgehen.
- 03Feste Reihenfolge: Core, Plugins (große einzeln), Theme, Übersetzungen.
- 04Nach jedem Update kurz prüfen, was zählt: Formulare, Checkout, mobile Ansicht.
- 05PHP-Umstellungen des Hosters vorher an der Kopie testen.
Mehr zur Routine im Ratgeber WordPress-Updates sicher einspielen, die Varianten für eine Testkopie im Staging-Vergleich.
Automatisierten Angriffen begegne ich mit automatisierter Abwehr: Updates laufen schnell und regelmäßig, aber erst nach einem Test auf dem Doppelgänger.
So verhindere ich das mit dem Doppelgänger
Für meine Kunden spiele ich jedes Update zuerst auf dem Doppelgänger ein, einer exakten Kopie der Website auf einem eigenen Server in Deutschland. Fällt dort ein Fehler auf, behebe ich die Ursache, bevor irgendetwas live geht.
Erst auf der Kopie
Ein kritischer Fehler fällt auf dem Doppelgänger auf, die Live-Website bleibt unberührt.
PHP vor dem Hoster
Neue PHP-Versionen teste ich auf dem Doppelgänger, bevor der Hoster umstellt.
Zurück in Sekunden
Jeder Release ist eine eigene Version. Geht trotz allem etwas schief, ist der vorherige Stand in Sekunden wieder da.
Jede Nacht geprüft
Automatische Checks prüfen jede Nacht, ob die Live-Website erreichbar ist und unverändert läuft.
Wie das im Detail aussieht, steht auf der Seite Doppelgänger für WordPress.
Kurz beantwortet.
Was bedeutet „Auf dieser Website ist ein kritischer Fehler aufgetreten“?
Beim Laden der Website ist ein schwerer PHP-Fehler aufgetreten, und WordPress zeigt statt einer weißen Seite diese Meldung. Ursache ist fast immer ein Plugin, das Theme oder eine PHP-Version, mit der eine Erweiterung nicht zurechtkommt. Ihre Inhalte sind dabei nicht verloren.
Ich habe keine E-Mail mit dem Wiederherstellungslink bekommen. Was nun?
Prüfen Sie zuerst den Spam-Ordner und ob die Admin-Adresse in den WordPress-Einstellungen noch aktuell ist. Kommt nichts an, schalten Sie das zuletzt aktualisierte Plugin ab, indem Sie seinen Ordner unter wp-content/plugins per FTP oder über den Dateimanager Ihres Hosters umbenennen.
Gehen beim Umbenennen des Plugin-Ordners Daten verloren?
Nein. WordPress deaktiviert das Plugin nur, weil es die Dateien nicht mehr findet. Einstellungen und Inhalte bleiben in der Datenbank. Benennen Sie den Ordner zurück, können Sie das Plugin wieder aktivieren.
Wie finde ich heraus, welches Plugin den Fehler verursacht?
Am schnellsten über das Fehlerprotokoll. Mit WP_DEBUG und WP_DEBUG_LOG in der wp-config.php schreibt WordPress Fehler in die Datei wp-content/debug.log, viele Hoster zeigen außerdem ein PHP-Fehlerprotokoll im Kundenbereich. Der Pfad in der Fehlermeldung nennt meist das Plugin. Schalten Sie das Debugging danach wieder ab.
Kann ich ein Plugin auf die vorherige Version zurücksetzen?
Ja. Für Plugins aus dem offiziellen Verzeichnis lassen sich ältere Versionen auf der Plugin-Seite bei wordpress.org herunterladen und einspielen, mit WP-CLI geht es auch per Befehl. Premium-Plugins bieten ältere Versionen meist im Kundenkonto des Herstellers an. Das hilft aber nur vorübergehend: Mit der älteren Version ist die Sicherheitslücke wieder offen, die das Update schließen sollte.
Wie verhindere ich, dass ein Update meine Website lahmlegt?
Mit einem geprüften Backup vor jedem Update, einem Test auf einer Kopie der Website und einer festen Reihenfolge, in der große Plugins einzeln aktualisiert werden. Genau das übernimmt der Doppelgänger: Jedes Update läuft zuerst auf einer exakten Kopie, und erst der geprüfte Stand geht live.